Sanierung und barrierefreier Umbau eines Wohn- und Geschäftshauses, Engelsburg, Nordhausen

Engelsburg 10, 99734 Nordhausen

Innenhof mit begrüntem Parkdeck vor und nach Umbau (Bild: Jörg Kopprasch)

Erläuterungen zur Einreichung

Im Zentrum der Stadt Nordhausen, in unmittelbarer Nähe des historischen Rathauses, wurde in den 1980er Jahren ein Wohnquartier in industrieller Großplattenbauweise errichtet. Im Erdgeschoss war dieses mit Geschäften und anderen öffentlichen Einrichtungen unterlagert. Zu Beginn des Jahres 2004 entschied die Städtische Wohnungsgesellschaft Nordhausen, den Standort wegen seiner Lagevorteile aufzuwerten und die Wohnungen auf sich im Zuge des demografischen Wandels verändernde Bedürfnisse nach Barrierefreiheit und höherem Wohnkomfort auszurichten. Auch die Freiraumqualitäten für die Bewohner galt es zu verbessern. Im Planungsprozess zur Umgestaltung des Standortes standen städtebauliche Themen wie die Verbesserung der Ecksituation an der Kreuzung Kranichstraße/Engelsburg, architektonische Aufgaben, welche sich mit der Gestaltung der Fassaden und Dachlandschaften sowie der Verbesserung der Wohnqualität beschäftigten, sowie freiraumplanerische Aufgaben gleichermaßen im Fokus. Es wurden insgesamt 108 Wohnungen für Familien, Alleinlebende, Junge und Ältere entwickelt, davon ca. 15 Prozent rollstuhlgerecht. Der Umbau der Geschäfte in den Erdgeschossen wurde so gestaltet, dass die Andienung ausschließlich über die Eingänge entlang der Straßen erfolgt. In den Innenhof wurde ein begrüntes Parkdeck eingestellt, unter dem 74 Autos parken können und welches über kleine Brücken von den einzelnen Häusern aus erreichbar ist. In dieses Quartier eingebettet ist das Haus Engelsburg 10. Dieses wurde im Rahmen der Möglichkeiten des statischen Systems der vorhandenen Bausubstanz weitestgehend barrierefrei umgebaut. Jede Ebene des Hauses mit insgesamt 15 Wohnungen ist durch einen Aufzug erreichbar: Das Parkdeck im Untergeschoss, der Ausgang zum begrünten Innenhof im Erdgeschoss und alle sonstigen Wohnebenen des fünfgeschossigen Hauses. Auf jeder Etage befinden sich zwei rollstuhlgerechte Wohnungen, eine Kleinwohnung und eine Familienwohnung. Alle Wohnungen verfügen über private Außenräume, die schwellenlos erreicht werden können und über die notwendige Tiefe verfügen, damit Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Gehhilfen sich dort bewegen und aufhalten können. Auf jeder Wohnetage wurden darüber hinaus Rollstuhlabstellräume und Hausarbeitsräume vorgesehen. Innerhalb des umgestalteten Wohnquartiers ist durch diese Maßnahmen ein Haus mit einem hohen Wohnkomfort entstanden, welches für alle Bewohner bestmögliche Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter bietet.

Einreichung
BarriereFREI-Preis 2013

Bereich Bauwerke/ Gebäudeensembles, Freiraumgestaltungen, Verkehrsräume, Planungen

Maßgeblich Beteiligte

Bauherr:

SWG mbH Nordhausen
Carola Franke
Geseniusstrasse 3
99734 Nordhausen

Architekturbüro:

Schettler & Wittenberg Architekten
Anke Schettler, Jörg Kopprasch
Ackerwand 15
99423 Weimar

Landschaftsarchitekt:

Stock Landschaftsarchitekten
Wolfram Stock
Geschwister-Scholl-Strasse 2
07749 Jena

Downloads

Ecke Kranichstrasse/Engelsburg vor und nach Umbau (Bild: Jörg Kopprasch)

Ecke Kranichstrasse/Engelsburg vom Innenhof vor und nach Umbau (Bild: Jörg Kopprasch)

Treppenhaus vor und nach Umbau (Bild: Jörg Kopprasch)

gemeinschaftliche Erschließungsflächen (Bild: Jörg Kopprasch)

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Der eingereichte Erläuterungstext wurde weder korrigiert noch lektoriert.

Einreicher war Carola Franke.