Neubau Werkstatt für psychisch kranke und seelisch behinderte Menschen, Gera

Otto-von-Guericke-Straße 6, 07551 Gera

Werkstatt 7 (Bild: Herr Koob)

Erläuterungen zur Einreichung

Die Lebenshilfe Gera errichtete 2012 eine Werkstatt für 60 psychisch kranke und seelisch behinderte Menschen. Auf 2300 m² entstanden sechs flexibel gestaltbare Werkstätten für Sanitär- und Elektromontagearbeiten, eine Näherei, ein Lager, ein Speiseraum sowie Sozial- und Büroräume. Das Gebäude besteht aus 12 cm starken Wänden und 9 cm starken Dachplatten aus vorgefertigten Kreuzlagen-Vollholz-Elementen. Für das Dachtragwerk wurden Brettschichtbinder verwendet. Dadurch konnte die Bauzeit verkürzt und eine hohe Flexibilität in der Raumnutzung erzielt werden. Bis auf 2 Bereiche sind die Grundrisse stützenfrei. Fenster und Türen konnten vorgefertigt werden. Die Werkstätten sind 15,15 x 11,75 m groß und bis 7,30 m hoch. Da sich das Objekt in der Erdbebenzone 1 befindet, hat sich die Vollholzbauweise auch aus statischer Sicht als günstig erwiesen. Die Brandschutzbemessung erfolgte nach Industriebaurichtlinie. Ein Feuerwiderstand F30 ist ohne zusätzliche Maßnahmen gewährleistet. Während innen die Holzoberflächen bewusst als Gestaltungselement sichtbar blieben, wurde außen die Fassade mit Well-Aluminium-Platten verkleidet. Holzoberflächen waren lt. Bebauungsplan ausgeschlossen. Die Alu-Welle soll gemeinsam mit den großen Stahlfenstern die Funktion „Werkstatt“ architektonisch erlebbar machen. Die Wärmedämmung von Wand und Dach beträgt 20 bzw. 24 cm. Die Fensterelemente haben eine Dreifachverglasung als Festverglasung. Als Fußboden wurde ein fugenloser Terrazzo-Estrich gewählt. Alle Installationen sind sichtbar auf den Wandflächen verlegt. Das Gebäude wird über eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (Luft-Wasser-Wärmepumpen) beheizt. Als sommerlicher Wärmeschutz wurden die Fenster mit Raffstoren versehen. Da in den Werkstätten auch Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehbehinderungen arbeiten, sind alle Arbeits- und Personalräume ebenerdig angeordnet. Alle Zugänge einschließlich der Fluchtwege führen schwellenlos direkt ins Freie. Die Anordnung der Arbeitsräume entlang eines Mittelflures und der Sozialräume entlang der beiden Querflure ermöglichen eine leicht erfassbare und übersichtliche Orientierung. Im Behinderten-WC ist eine bodengleiche befahrbare Dusche angeordnet. Durch die Proportion der Arbeitsräume, die bis zum Fußboden reichenden Fensterelemente und die innenseitig sichtbaren Holzoberflächen entsteht eine angenehme Arbeitsatmosphäre, die sich wohltuend auf die Beschäftigten und ihr soziales Verhalten auswirkt.

Einreichung
BarriereFREI-Preis 2013

Bereich Bauwerke/ Gebäudeensembles, Freiraumgestaltungen, Verkehrsräume, Planungen

Maßgeblich Beteiligte

Bauherr:

OV Lebenshilfe Gera Stadt / Land e.V.
GF Bernd Koob, Werkstattleiter Günther Geschke
Carl-Zeiss-Straße 9
07551 Gera

Architekt:

BVS GmbH Architekturbüro Sorger
Klaus Sorger, Birgit Gröschel, Anke Richter
Talstraße 11 b
07545 Gera
http://www.architekt-bvs.de

Downloads

Erster Montagetag (Bild: Klaus Sorger)

SO-Ansicht Werkstattgebäude (Bild: Herr Koob)

Werkstattraum (Bild: Herr van Kempen)

Fassadenansicht Südseite (Bild: Klaus Sorger)

Fassadenansicht Westseite (Bild: Klaus Sorger)

Flur zwischen den Werkstätten (Bild: Klaus Sorger)

Speiseraum (Bild: Klaus Sorger)

Für Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben und die Wahrung der Urheber-, Foto- sowie Autorenrechte seitens der Einreicher, übernimmt der Beauftragte der Thüringer Landesregierung für Menschen mit Behinderungen keine Gewähr. Die Nutzungsrechte sind dem Beauftragten für Menschen mit Behinderungen durch die Einreicher kostenfrei übertragen worden.

Der eingereichte Erläuterungstext wurde weder korrigiert noch lektoriert.

Einreicher war Klaus Sorger.