Gemeinsam statt einsam – Generationenwohnen, Arnstadt-Ost

Rudolstädter Straße 25 / Saalfelder Straße 2, 99310 Arnstadt

Ansicht mit Grün (Bild: WBG Arnstadt mbH)

Erläuterungen zur Einreichung

Eine Gruppe Bürger wand sich 2006 an die WBG mit dem Wunsch, ein generationsübergreifendes Wohnen unter einem Dach zu ermöglichen. Im Ergebnis der dazu angestellten Überlegungen, Diskussionen und Planungen unter intensiver Beteiligung der zukünftigen Mietergemeinschaft, begann am 29. Januar 2009 der Umbau und Modernisierung zweier leer stehender, zentral im Wohngebiet Arnstadt-Ost gelegener 4-geschossige Wohnhäuser aus den 1960er Jahren zum Projekt „Gemeinsam statt einsam - Generationswohnen in Arnstadt Ost“. Im Zuge der Bauarbeiten wurden die umsetzbaren Vorstellungen und Wünsche der zukünftigen Mieter berücksichtigt. Aus den einst 72 Wohnungen in den beiden Häusern ist ein Ensemble von 51 zukunftsfähigen, barrierefreien Wohnungen unterschiedlicher Größe – drei davon behindertengerecht - entstanden, in dem Jung und Alt, Singles und Familien selbstbestimmt und in guter Nachbarschaft zusammen wohnen können. Alle Wohnungszugänge sind barrierefrei mittels Aufzügen und über Laubengänge erreichbar. Zu jeder Wohnung gehört ein Balkon bzw. eine Terrasse. Wesentliche Bestandteile des gemeinschaftlichen Wohnens sind die neu geschaffenen gemeinschaftlich nutzbaren Räumlichkeiten im Erdgeschoss des einen Hauses als generationenübergreifende Begegnungsstätte einschließlich komplett ausgestatteter Küche, behindertengerechter WC-Anlagen, Abstellraum und Garderobe. Daran angeschlossen ist eine ebenfalls barrierefrei erreichbare, großzügige Terrasse, von der aus auch das zwischen beiden Häusern angeordnete und neu gestaltete Wohnumfeld mit Aufenthaltsbereich, Kinderspiel-, Fahrradabstell- und PKW-Parkplatz mittels Rollstuhlrampe bzw. Freitreppe zugänglich ist. Mit Abschluss der baulichen Aktivitäten Endes des Jahres 2009 konnten die Wohnungen von den Mietern, die inzwischen mehrheitlich Mitglieder eines von ihnen selbst gegründeten Vereins sind, bezogen werden und sind nach wie vor zu 100 % vermietet. Die Herrichtung der Außenanlagen und somit die Fertigstellung des gesamten Projektes erfolgte im Frühjahr 2010. Das Projekt wurde vom Freistaat Thüringen im Rahmen der Wohnungsbauförderung unterstützt. Darüber hinaus war das Projekt Bestandteil des vom BBSR initiierten Modellvorhabens im ExWoSt-Forschungsfeld „Innovationen für familien- und altersgerechte Stadtquartiere“ und wurde in diesem Rahmen ebenfalls gefördert. Eine weitere Förderung wurde vom TMSFG zur Herrichtung und Ausstattung der gemeinschaftlich nutzbaren Räumlichkeiten und Flächen als Anteilsfinanzierung gewährt.

Anerkennung

BarriereFREI-Preis 2013

Bereich Bauwerke/ Gebäudeensembles, Freiraumgestaltungen, Verkehrsräume, Planungen

Maßgeblich Beteiligte

Bauherr:

Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Arnstadt mbH
Herr Adolf
Vor dem Riedtor 4
99310 Arnstadt
http://www.wbg-arnstadt.de

Planung und Bauleitung:

Kommunalbau Thüringen GmbH
Architektin Frau Winter
Eichenstraße 7
99084 Erfurt
http://www.kommunalbau.com

Statik:

Raue & Rudolf. Ingenieurbüro für Tragwerksplanung und Stahlbau
Herr Raue, Herr Rudolf
Kniebergstraße 1
98704 Langewiesen

Fachplanung HLS:

Ingenieurbüro Bernd Pfister GmbH
Herr Pfister
Angelhäuser Str. 46
99310 Arnstadt
http://www.ib-pfister.de

Fachplanung Elektrotechnik:

EDP. Planungsbüro für Elektro- und Haustechnik
Herr Preiß
Nordstraße 3
99310 Arnstadt

Lageplan (Bild: WBG Arnstadt mbH)

Grundriss Erdgeschoss (Bild: WBG Arnstadt mbH)

Blick in den Innenhof (Bild: WBG Arnstadt mbH)

barrierefreie Rampe zu Terrasse/Gemeinschaftsraum (Bild: WBG Arnstadt mbH)

barrierefreier Zugang mit Automatiktüren (Bild: WBG Arnstadt mbH)

Laubengänge Außenansicht (Bild: WBG Arnstadt mbH)

Laubengang (Bild: WBG Arnstadt mbH)

Blick in den Gemeinschaftsraum (Bild: WBG Arnstadt mbH)

Terrasse am Gemeinschaftsraum (Bild: WBG Arnstadt mbH)

Beurteilung der Jury

Die Jury bewertete beim vorliegenden Projekt vor allem den partizipativen Ansatz und die bürgerliche Beteiligung am Planungs- und Umsetzungsprozess. Die intensive Beteiligung der Mietergemeinschaft wird als exemplarisch und sehr positiv gewertet und ist zentraler Bestandteil des erfolgreichen Vorhabens. Der Umbau und die Modernisierung zweier leerstehender, viergeschossiger Wohnhäuser aus den 1960er Jahren ist ein besonderes gelungenes Beispiel, wie generationsübergreifendes Wohnen ermöglicht werden kann. Die Mieter sind inzwischen mehrheitlich Mitglieder eines von ihnen selbst gegründeten Vereins. Über Organisation, Verwaltung und Nutzung der Gemeinschaftsflächen kann die Gemeinschaft selbst bestimmen. In einem Kooperationsvertrag mit dem Vermieter hat sich die Mietergemeinschaft das Mitspracherecht bei der Auswahl von Nachmietern gesichert. Alle der 51 Wohnungen unterschiedlicher Größe, drei davon rollstuhlgerecht, sind barrierefrei mittels Aufzügen und über Laubengänge erreichbar. Das generationsübergreifende Wohnen wird durch neu geschaffene, gemeinschaftlich nutzbare Räumlichkeiten einschließlich Küche, rollstuhlgerechter WC-Anlagen, Abstellraum und Garderobe, unterstützt. Daran angeschlossen ist eine barrierefrei erreichbare großzügige Terrasse, von der aus auch das neu gestaltete Wohnumfeld mittels Rampe bzw. Freitreppe zugänglich ist.
Trotz einiger Schwächen bei formaler und gestalterischer Vielfalt und einem gewissen Defizit in der Farbgestaltung sieht die Jury in dem vom Freistaat Thüringen im Rahmen der Wohnungsbauförderung unterstützten Projekt eine herausragende zukunftsfähige Lösung für eine innovative familien- und altersgerechte Stadtquartierplanung mit exemplarisch umgesetzten barrierefreien und rollstuhlgerechten Wohnbereichen. Die Umsetzung eines von den Mietern selbst angestoßenen Projekts zum Mehrgenerationenwohnen ist ein nachhaltiger und innovativer Beitrag zur Gestaltung des demografischen Wandels.

Für Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben und die Wahrung der Urheber-, Foto- sowie Autorenrechte seitens der Einreicher, übernimmt der Beauftragte der Thüringer Landesregierung für Menschen mit Behinderungen keine Gewähr. Die Nutzungsrechte sind dem Beauftragten für Menschen mit Behinderungen durch die Einreicher kostenfrei übertragen worden.

Der eingereichte Erläuterungstext wurde weder korrigiert noch lektoriert.

Einreicher war Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Arnstadt mbH.